Die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt hat sich im Jahr 2010 leicht entspannt. Dazu beigetragen haben eine starke Neubautätigkeit und das im Vorjahr abgeflachte Bevölkerungswachstum.
Die zugewanderte ausländische Bevölkerung hat vor allem am Untersee
und im Oberengadin massgeblich zur Preissteigerung beigetragen. In anderen
Gebieten wie beispielsweise Werdenberg, Appenzell AR. und Oberthurgau
war der Beitrag der ausländischen Haushalte eher stabilisierend.
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Personenfreizügigkeit
und Wohnungsmarkt
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Quelle: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, 8. Juli 2011
Wer eine Zweithand-Wohnung an einen Ausländer verkaufen will, muss nachweisen können, dass ein Verkauf zu Gestehungskosten an Schweizer nicht möglich ist. Die Parteilose Claudia Troncana aus Silvaplana im Engadin hat eine Anfrage an die Regierung gerichtet. Diese betrifft den Vollzug des Bundesgesetzes über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland. Gemäss diesem Gesetz braucht der Verkauf von Ferienwohnungen durch Ausländer an Personen ohne Wohnsitz in der Schweiz (Zweithand-Wohnung) eine Bewilligung des Grundbuchinspektorats. Dies zumindest so lange wie die Lex Koller in Kraft ist.
Um diese Bewilligung zu erhalten, muss der bisherige Eigentümer (Ausländer) nachweisen können, dass diese Wohnung nicht zu den Gestehungskosten an eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz zu verkaufen ist. Um diesen Nachweis zu erbringen, müssen mehrere Verkaufsanzeigen in überregionalen Zeitungen geschaltet werden. Aus dem Inserat muss klar hervorgehen, dass es sich um einen dringenden Verkauf zu einem günstigen Preis (Gestehungskosten oder Verkehrswert) handelt.
Alles Anforderungen, die gemäss Claudia Troncana sehr sinnvoll und
korrekt sind, würden sie doch auch der ansässigen Bevölkerung die Gelegenheit
geben, günstigen Wohnraum zu erwerben. Was sie stört ist die Tatsache,
dass weder genau definiert werden muss um welche Liegenschaft es sich
handelt, und dass das Inserat unter Chiffre erscheinen
kann. Häufig sei es so, dass Interessenten gar keine Antwort erhalten
würden. Und weil aus einem Chiffre-Inserat nicht ersichtlich sei wer
die Wohnung verkaufen wolle, bestehe keine Möglichkeit nachzufragen.
Dass die Wohnung dann effektiv zum Verkehrswert veräussert wird, glaubt
sie nicht.
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Engadiner Post vom 6. September 2007
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Quelle: Engadiner Post, 6. September 2007
Reiche Ausländer werden mit offenen Armen empfangen, Einheimische aber verscheucht: In alpinen Tourismusgebieten gibt es kaum noch bezahlbare Wohnungen für die normale arbeitende Bevölkerung. Und der Ausverkauf der Heimat geht munter weiter.
Im Frühstau zu Berge: Nicht nur zur Weihnachtszeit, wenn der Ansturm
der Gäste am grössten ist, nein, immer häufiger auch an normalen Werktagen
quält sich eine Autokolonne durchs Oberengadin. «Der Pendlerverkehr
hat in den letzten Jahren stark zugenommen», sagt Dumeng Giovanoli,
Hotelier und 24 Jahre lang Gemeinderat in Sils. Immer mehr Einheimische
finden an ihrem Arbeitsort St. Moritz, Sils oder Silvaplana keine bezahlbare
Wohnung und müssen talabwärts ziehen.
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Quelle: beobachter.ch, 19. Juli 2006
Die
Preisveränderungen sind enorm. Allein in den letzten 6 Monaten sind
die Immobilien-Preise im Engadin laut Iazi zwischen 6 und 8 % gestiegen.
Die beschlossene gesetzliche Beschränkung des Baus von Zweitwohnungen
wird vorerst auch keine Entspannung bringen. «Die Regelung wird sich
wegen der regen Nachfrage tendenziell preiserhaltend und preistreibend
auswirken», sagt Josef Rageth, Leiter Liegenschaften bei der Graubündner
Kantonalbank.
Die auf erfolgten Transaktionen zu effektiven Marktpreisen basierende
Erhebung ergibt somit Einfamilienhaus-Preise von über CHF 1 Million.
Für Einheimische wird Erwerb einer Eigentumswohnung im Engadin schwierig.
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Cash Marktanalyse
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Quelle: Cash, 11. Mai 2006
Silvio
Berlusconi und seine Familie haben in S-chanf im Engadin ein altes Engadinerhaus
gekauft und lassen es aufwendig renovieren. Wie der Gemeindepräsident
von S-chanf auf Anfrage bestätigt, hat Flora Bartolini im Jahr 2004
in der Gemeinde ihre Papiere hinterlegt - die Schwiegermutter Berlusconis
ist also offiziell Einwohnerin von S-chanf. Sie lebt jedoch nach wie
vor in ihrer Heimatstadt Bologna. Mit der Anmeldung Flora Bartolinis
in der Oberengadiner Gemeinde fand das Ehepaar Berlusconi offenbar einen
Weg, die Lex Koller zu umgehen, die Personen im Ausland den Erwerb von
Ferienwohnungen in der Schweiz untersagt. «In S-chanf gilt die Null-Quote.
Personen aus dem Ausland können dort keine Immobilien kaufen», sagt
Ludwig Decurtins vom Grundbuchinspektorat Graubünden. Personen aus der
EU mit Wohnsitz in der Schweiz könnten hingegen kaufen, was sie wollten.
Die Familie Berlusconi verbrachte in früheren Jahren mehrmals den
Winterurlaub in St. Moritz und mietete sich dabei in der Villa Suvretta
ein, die damals dem ehemaligen Schah von Persien gehörte. Der Modedesigner
Giorgio Armani, der nicht seine Schwiegermutter, sondern seine Schwester
als Käuferin vorschob, verzichtete 2002 auf den Erwerb eines Hauses
im Gemeindeteil Cinuos-chel, nachdem diese Zeitung seinen Plan publik
gemacht hatte. Anstelle Armanis kaufte dann Jörgen Bodum, Inhaber des
Küchengeräte-Unternehmens Bodum, das Bauernhaus im Engadin.
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Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 16. April 2006
Die Preise für Immobilien sind in vielen touristischen Gemeinden stark angestiegen, am stärksten im Engadin. Zwischen 1995 und 2005 sind die Preise in St. Moritz, Pontresina, Celerina oder Silvaplana 42.5 % stärker angestiegen als im Schweizer Mittel. In St. Moritz sind heute für Wohnungen im gehobenen Segment Preise um die 10'000 CHF pro Quadratmeter durchaus "normal" und vergleichbar mit Preisen in der Stadt Zürich. In weiteren bedeutenden Tourismusgemeinden war zwar ebenfalls eine überdurchschnittliche Preisentwicklung zu beobachten, allerdings weniger exzessiv als im Engadin.
Die Bevölkerung im Engadin hat 2005 angesichts der Entwicklungen im Markt für Ferienwohnungen die Bremse gezogen. Mit deutlicher Mehrheit wurde eine Initiative gutgeheissen, wonach im Engadin in Zukunft der Bau von Zweit-Wohnungen auf eine Bruttogeschossfläche von 12'000 Quadratmeter pro Jahr (100 Wohnungen) zu beschränken ist. Der Neubau von Ferienwohnungen wird im Umfeld der Gemeinde St. Moritz somit auf ein Viertel des heutigen Niveaus reduziert.
Beschränkungen beim Verkauf von Immobilien, wie die geplante Regulierung
im Engadin, dürften in den kommenden Jahren im Engadin
zu weiterem Preisdruck nach oben führen.
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Immobilien-Studie "Zweit-Wohnungen-/Ferienwohnungen"
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Quelle: Credit Suisse, 3. November 2005
In St. Moritz boomt der Immobilien-Markt noch. Vor der gewaltigen
Kulisse des 3057 Meter hohen Piz Nair hat der internationale Jetset
seit Jahrzehnten seinen Zweit-Wohnsitz. Früher waren es Persönlichkeiten
wie Aristoteles Onassis, der Schah von Persien oder die Schauspielerin
Liz Taylor. Heute sind es unter anderen die Fiat-Agnellis, Donatella
Versace, Willi Bogner, Berlusconi und die Familie Sachs. Spätestens,
wenn das Wasser des St. Moritzer Sees gefroren ist, auf der Eisdecke
die traditionellen Pferde- und Windhundrennen und Poloturniere anstehen,
sind sie alle da zur Wintersaison in der Hauptstadt des Engadin.
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Höchstpreise für
Immobilien in den Hochalpen
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Quelle: Welt am Sonntag, 11. September 2005
Im Oberengadin dürfen nur noch rund 100 statt bis zu 400 neue
Ferienwohnungen pro Jahr
gebaut werden. Die entsprechende Volksinitiative zur Beschränkung beim
Bau von Zweit-Wohnungen wurde mit 71,71% Ja-Anteil angenommen. Die Volksinitiative
verlangt, dass der Bau von Ferienwohnungen über das Instrument des regionalen
Richtplans auf 12000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche (BGF) oder rund
100 neue Eigentumswohnungen pro Jahr limitiert wird. Zur Zeit werden
im Oberengadin bis zu 400 neue Ferienwohnungen gebaut.
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Engadin: Begrenzungs-Initiative
für Zweit-Wohnungen angenommen
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Quelle: 20 Minuten, 5. Juni 2005
Bauland schwindet, Hotels schliessen - Impressionen aus dem Hochtal der kalten Betten
Madulain zählt 180 Einwohner und 253 Zweitwohnungen. Deren Anteil
am Wohnungsbestand, 82 Prozent, ist der höchste unter den Gemeinden
im Oberengadin. Im Mai, wenn nur wenige Touristen ins Engadin kommen
und viele Einheimische in die Ferien verreisen, finden sich in den Quartieren
weder Menschen noch Autos. Die im Stil alter Engadinerhäuser hingepflanzten
Anwesen sind unbewohnt und ungenutzt, die Fensterläden geschlossen.
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Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 21. Mai 2005